Reisetipps: Rovaniemi

Rovaniemi ist die Stadt mit der grössten Fläche in Europa und die Hauptstadt von Lappland. Lappland – oder wie in Finnland genannt: Lappi – ist ein Gebiet nördlich des Polarkreises, welches in den Ländern Norwegen, Schweden, Finnland und Russland liegt. Die Stadt ist gross aber doch klein. Die Distanzen sind sehr weitläufig, denn die Landschaft ist sehr dünn besiedelt.
Bis zu meiner Reise wusste ich nicht viel über Rovaniemi. Die Lage war mir klar und das Santa Claus dort daheim ist. Bereits auf dem Flug von Helsinki nach Rovaniemi fielen uns die vielen Chinesen auf. „Gehen die alle wegen dem Santa Claus nach Rovaniemi?“, dachte ich mir, aber das ist falsch. Ihr Präsident Xi Jinping war in Rovaniemi auf Reisen, bevor er gewählt wurde, deshalb gilt es als Glück, Rovaniemi zu besuchen. Das finde ich toll. Ich war jetzt auch in Rovaniemi und nun wird mich das Glück küssen. 😉 Gilt doch auch für eine halbe Asiatin, oder? 😉

Anreise:
Leider gibt es zurzeit keinen direkten Flug von Zürich nach Rovaniemi. Somit flogen wir mit Finnair über Helsinki. Finnland ist im Schengen Abkommen, also brauchten wir nur die ID für die Einreise.

Verkehrsmittel:
Rovaniemi verfügt über kein gutes öffentliches Verkehrsnetz. Es gibt zwar einen Bus, aber es ist irgendwie kompliziert, die Fahrzeiten herauszufinden. Die Busfahrzeiten sind jedoch mit dem Flugplan verbunden, damit man rechtzeitig abfliegen kann. Es lohnt sich aber, ein Auto zu mieten. Taxi ist die andere Möglichkeit, jedoch sind Wartezeiten bis zu 40 Minuten normal. Wir hatten Glück: unser Driver hiess Markus. Wenn Markus bei der Arbeit war, hatten wir die Möglichkeit, sein Auto zu borgen. Das war aber dank der guten Organisation von Priska und Markus nie nötig.

Unterkunft: Piriko Apartment
Apartement Rovaniemi
Wir sind am Abend in Rovaniemi angekommen und haben erst unser Appartement bezogen. Wir wollten ein Hotelzimmer buchen, jedoch waren die 3er Zimmer bereits ausgebucht und so sind wir auf dieses Appartement gekommen. Die Lage war perfekt. Wir konnten zum Frühstück 2 Minuten laufen und auch andere tolle Restaurants waren in 5 Minuten erreichbar. Das Appartement hatte eine Sauna, was für mich sehr aussergewöhnlich war. In Finnland ist es aber etwas ganz normales. Die Finnen gehen jeden Abend noch in die Sauna. Ilona hat ihr Appartement mit sehr viel Liebe eingerichtet und war sehr freundlich. Dieses Appartement war perfekt für uns. Ein Hotelzimmer wäre bestimmt zu eng gewesen.

Währung:
In ganz Finnland kann man mit Euro bezahlen. Natürlich hat man die Möglichkeit, auch mit der Kreditkarte oder mit der Maestrokarte zu bezahlen.

Sprache:
Finnisch finde ich eine Sprache die sehr singend klingt. Wie sie das „Rovaniemi“ ausgesprochen haben, hörte sich wie eine Liebeserklärung an. Die finnische Sprache zu lernen ist aber schwierig. Ich verstand kein Wort ausser „Hei“. Hei heisst Hallo und Hei, hei heisst Auf Wiedersehen. Ich konnte mir aber noch was merken: „Kippis!“ Prost! 😉

Trinkgeld:
In Finnland ist das Trinkgeld geben unüblich. Ich gebe immer gerne Trinkgeld, da ich aus dem Gastgewerbe komme und es für mich zeigt, wie ich zufrieden war.

Kleidung in Rovaniemi
Ich hatte lange Zeit für die Vorfreude und mein Mann lachte mich aus. Er glaubte nicht, dass wir wirklich in dieser Kälte Urlaub machen wollen. Natürlich weiss er, dass ich immer schnell friere und das nicht besonders mag. Aber gute Kleidung ist alles. Ich habe mir extra für diesen Urlaub Thermo-Bekleidung gekauft. Leider fahre ich nicht mehr Ski, denn 2006 verletzte ich mir mein Knie und darf seither nicht mehr fahren. Somit habe ich auch keine Ski-Bekleidung mehr. Die Skihose und Jacke konnte ich von einer Freundin ausborgen. Schuhe und Overall habe ich vor Ort erhalten.
Meine Freundinnen lachten mich aus, als sie sahen, was ich alles anzog. Thermostrumpfhose, Thermoleggings, Thermojogginghose, Skihose und dann noch der Overall. 😉 Wer eine Tour bucht, bekommt immer einen Overall zur Verfügung gestellt. Wir hatten unseren persönlichen Super-Guide Markus und er besorgte uns Overalls, damit wir bei unseren Ausflügen zu den Nordlichtern nicht erfrieren. Aber ich habe mich nie über die Kälte beschwert. Für mich war es wichtig, dass ich genug warm angezogen bin, denn sonst bin ich unerträglich. 😉 Nadia war so nett und hat uns noch Schuhsohlen besorgt, die sich erwärmen. Das war wirklich toll. Gerade wenn man lange an einem Ort steht um die Nordlichter zu fotografieren, lohnt es sich. Am ersten Abend hatte ich einen sehr dicken Schal an, was aber zu viel war. Ich atmete in den Schal davon wurde er nass und ist gefroren. In den nächsten Tagen habe ich nur noch einen dünneren Schal genommen und war sehr zufrieden. Handschuhe hatte ich auch zwei verschiedene dabei. Ich hatte meist den dünnen Handschuh an, damit ich den Fotoapparat bedienen konnte. Ich bin ein grosser Fan von meinen Handschuhen, ich hatte fast nie kalt. Socken sind in dieser Kälte genauso wichtig, also hatte ich Thermo-Socken gekauft und zusätzlich noch Wollsocken an. Wichtig ist, dass die Füsse nie nass werden. Wenn die Füsse nass sind, hat man kalt. Eine meiner besten Investitionen war das Schlauchhalstuch. Natürlich auch aus Thermomaterial, so hatte ich schön warm am Hals. Ohne Handschuhe und Mützen verliessen wir nie unser Appartement. Den Overall hatten wir nur an, wenn wir längere Zeit draussen waren.

Saunieren:
Sauna ist in der finnischen Kultur sehr wichtig. Wie erwähnt hatten wir sogar in unserem Appartement eine Sauna. Jedoch haben wir sie nie benutzt, denn richtig saunieren braucht Zeit, die wir uns nicht genommen haben. Wir haben lieber bis Mitten in der Nacht die Nordlichter betrachtet.

Sauna – wie sauniere ich richtig?

Beim Saunieren erweitern sich die Blutgefässe in der Haut und der Körper wird veranlasst zum kräftigen Schwitzen. Es hat etwa den gleichen Effekt wie Fieber. Der Körper bildet Abwehrstoffe gegen Infekte und der Schweiss transportiert Giftstoffe aus dem Körper. Die Abkühlphase senkt die erhöhten Körpertemperaturen auf die Ausgangswerte zurück.

Positive Auswirkungen sind:
“ Förderung des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels
“ Abtötung von Parasiten, Pilzen, Viren und Bakterien
“ Linderung von Migräne und Kopfschmerzen
“ Körperliche und psychische Entspannung, Stressvorbeugung
“ Reinigt den Körper

Wie sauniere ich richtig?

1. Nie hungrig oder mit vollem Magen in die Sauna gehen.
2. Zuerst duschen, danach gut abtrocknen (trockene Haut schwitzt schneller).
3. In der Sauna ein Tuch unter den ganzen Körper legen. Anfänger beginnen im Sitzen. Die oberste Bank ist am heissesten.
4. Ein Saunabad dauert zwischen 8 und 12 Minuten, jedoch nie über 15 Minuten.
5. Direkt nach der Sauna an die frische Luft, wenn die Möglichkeit besteht.
Sich leicht bewegen, keine sportliche Betätigung.
6. Abkühlung mit kaltem Wasser.
7. Ruhepause von ca. 10 Minuten zwischen den Gängen, nach dem letzten Saunagang Liegepause von ca. 30-60 Minuten.
8. 2-3 Saunagänge à 10-15 Minuten bei ca. 80°C pro Saunabaden. Die Minutenzahl sollte innerhalb eines Zyklus ansteigen.
9. Trinken erst nach dem letzten Saunagang, aber ausreichend.
10. Alkohol und Nikotin sind während und unmittelbar nach dem Saunieren tabu.
11. Nach dem Sport mit der Sauna warten, bis der Puls wieder auf Normalfrequenz ist. Nach der Sauna keinen Sport treiben.
12. Sich Zeit nehmen zum Saunieren, ca. 2 Stunden.
13. Nicht Saunieren bei Unwohlsein, chronischen Erkrankungen, bestehender Erkältung oder Grippe (Abwehrsystem läuft bereits auf Hochtouren, Sauna wäre zusätzliche Belastung).

Zusäzliche Blogeinträge über Rovaniemi:

Auf den Spuren der Nordlichter 
Nordlichter fotografieren

Was Touristen in Rovaniemi machen

Essen und Trinken in Rovaniemi

 

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4 Kommentare zu „Reisetipps: Rovaniemi

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