Auf den Spuren der Nordlichter

Seit Monaten beobachtete ich über eine App Aurora Now die Nordlichter. Um die Nordlichter zu sehen, braucht es ein paar physikalische Elemente. Eine Grundvoraussetzung ist das Wetter: es muss tagsüber sonnig, genug kalt und wolkenlos sein. Um die Nordlichter gut zu sehen muss es vollkommen dunkel sein. Bei Vollmond ist es nicht so optimal oder in der Stadt wegen dem Lichtsmog auch nicht. Die Nordlichter sind Magnetfelder, die mit blossen Augen sichtbar sind. Nicht jede Nacht sind sie ersichtlich, sogar wochenweise sieht man die Nordlichter nicht. Die beste Möglichkeit, das faszinierende Farbspiel der Polarlichter in Grün, Rot, Blau und Gelb zu sehen, ist es nördlich des sechzigsten˚ Breitengrades. Deshalb sind die Nordlichter (auch Aurora borealis, das heisst übersetzt Dämmerung des Morgens) nicht nur in Finnland zu sehen, sondern auch in Norwegen, Island, Kanada und Alaska.Ich habe aber die Nordlichter bestellt, deshalb hatten wir bereits am 1. Abend KP Index 5 (planetarische Kennziffer der geomagnetischen Aktivität). Die angegebene Zeit ist nicht die lokale Zeit sondern die GMT oder UTC Time, die in Greenwich, London gemessen wird. Die Zeitdifferenz zu London ist in Rovaniemi zwei Stunden. Wenn es hiess, um 19.00 Uhr werden wir KP5 haben, was wirklich toll ist, hatten wir es in Finnland aber erst um 21.00 Uhr. Markus fuhr mit uns zu einem Parkplatz direkt an einem See und bereits bei der Hinfahrt flippten wir aus, da wir die Nordlichter sahen. Markus hat auch ein tolles Auto mit Dachfenster. 😉 Am See angekommen, haben wir unsere Kamera ausgepackt und Fotos geschossen. Ich habe mich bereits im Vorfeld informiert, deshalb habe ich mir ein Objektiv mit Blende 2.8 besorgt. Mehr über das Fotografieren später. Ich flippte fast aus: jedes Bild ein Treffer. Wir hatten einen grossartigen Abend erwischt. Markus erzählte uns, seinen besten Nordlicht-Abend hatte er erst ein paar Tage vorher, aber was wir nun erlebten, toppte diese Erfahrung gleich nochmals. Wir wussten nicht wo hinschauen, denn es passierte so vieles auf einmal. Ich spürte die Kälte auch nicht. Markus meinte, das kommt vom Adrenalin, wegen der Nordlichter. ;-). Wer jedoch kalt hatte, konnte sich am Feuer aufwärmen. Für mich war das Feuer aber nur ein tolles Fotomotiv. 😉

Hier ein paar Bilder aus der ersten Nacht:

Natürlich probierten wir beim Fotografieren ein paar Sachen aus und hatten wirklich sehr viel Spass dabei. Da wir von der Reise sehr müde waren, entschieden wir uns nach zwei Stunden uns langsam auf die Rückreise zu unserem Appartement zu machen. Markus musste am nächsten Tag arbeiten und hatte wegen uns schon eine kurze Nacht. Auf dem Weg zum Appartement mussten wir jedoch unbedingt nochmals anhalten. Die Nordlichter tanzten unbeschreiblich schön und wir durften damit noch eine andere Art der Nordlichter sehen – einfach grossartig. Wir haben dabei sogar einige Korona gesichtet. Als Anfängerin ist es schwierig, die tanzenden Nordlichter zu fotografieren, denn sie bewegen sich sehr schnell. Ich stellte meine Kamera hin und drückte immer wieder auf den Fern-Auslöser und konnte so nebenbei das Spektakel geniessen. Es war richtig magisch.

Gerne zeige ich euch auch diese Bilder. Für mich unbeschreiblich schön.

Am 2. Abend haben wir uns eine Nordlichter-Tour gebucht mit Theo. https://wildaboutlapland.com/

Er hat uns direkt beim Appartement abgeholt. Laut meiner App wusste ich, dass ab 22 Uhr die Nordlichter sehr gut zu sehen sein werden. Wir machten uns auf den Weg zu einem zugefrorenen See. Lange mussten wir nicht fahren und danach stapften wir ein paar Minuten durch den Wald. Im Wald erklärte uns Theo wie wir die Nacht überleben, falls wir verloren gehen. 😉 Nach gefühlten 30 Minuten (wir waren aber nur 10 Minuten unterwegs) waren wir am See und Theo machte uns dort in einer Hütte Feuer. Die Hütten sind öffentlich und somit hätte es sein können, dass noch andere dazu kommen. Wir blieben aber die ganze Zeit unter uns.
Ich habe natürlich wieder als erstes meine Kamera aufgestellt, aber von den Nordlichtern war noch nichts zu sehen. Theo erklärte uns ein paar Sternbilder, die wirklich sehr gut sichtbar waren und ich nervte mich etwas über mich selber, weil ich mein Teleobjektiv daheim gelassen hatte. Theo, meine Mädels und ein englisches Paar welches mit uns auf der Tour waren, sassen alle in der Hütte am Feuer und ich war ganz plötzlich alleine auf dem zugefrorenen See, was wirklich speziell war. Nach einiger Zeit war wieder eine Gruppe Touristen in meiner Nähe die ein paar Bilder machten und ihre Ideen habe ich gleich auch ausprobiert.
Pünktlich um 22 Uhr waren die Nordlichter da. Leider nicht so stark wie am Vorabend, aber ebenso schön. Diese Nacht war es etwas kälterund ich musste mich zwischendurch etwas aufwärmen. In der Hütte habe ich von Theo Tee und Würstchen erhalten, sogar Maiskolben und Marshmallows hatte er dabei. Theo hat sich wunderbar um uns gekümmert.Theo ging wieder raus um zu sehen, was die Nordlichter so machen und kam sehr schnell wieder zurück. Er informierte uns, dass die Nordlichter jetzt wunderbar sind. Ich habe die Kamera glücklicherweise in der Kälte stehen gelassen und so war alles bereits eingestellt um wieder fantastische Fotos zu schiessen.
Irgendwann hatte ich genug, denn langsam wurde es mir kalt. Ich wollte schon zurück zur Hütte laufen, da bemerkte Nadia erneut wunderschöne Nordlicht-Spiele und ich vergass, dass ich zurück wollte. Nochmals machte ich ein paar wundervolle Fotos. Nach vier Stunden machten wir uns dann auf den Weg durch den Wald zurück zum Auto. Theo schliesst sein Auto nie ab, weil es manchmal so kalt wird, dass er die Autotüren nicht mehr aufschliessen könnte. Wir hatten nicht so kalte Temperaturen: maximal -21C. 😉

Am dritten Abend war die Nordlichter-Prognose wieder sehr gut. Eigentlich hatten wir einen gemütlichen Abend geplant. Aber wenn wir schon die Chance hatten, die Nordlichter nochmals zu sehen, mussten wir diese Gelegenheit nutzen. Wir fuhren erneut zu einem See der zugefroren war. Leider hatten wir diesmal kein Glück und die Wolken verdeckten uns die Nordlichter.
Wir blieben doch noch eine kurze Zeit, aber nichts veränderte sich. Plötzlich zeigte sich uns nicht einmal der Mond mehr. So brachen wir alles ab und fuhren wieder zurück zu unserem Appartement. Ja manchmal ist die Prognose sehr gut, aber wenn das Wetter nicht mitspielt, nützt das nicht viel.

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Nordlichter fotografieren

Im Vorfeld habe ich mich etwas schlau gemacht indem ich verschiedene Blogs durchgestöbert und auch Fotografen gefragt habe, wie ich denn die Nordlichter fotografieren kann. Ihr könnt euch vorstellen, da gab es verschiedene Antworten, aber alle sagten mir: «du brauchst ein Objektiv mit hoher Blende und die F muss so niedrig wie möglich sein.» Ich hatte nur eine Blende F3.8, also suchte ich mir eine mit Blende F2.8. Natürlich könnte ich mit noch grösserer Blende noch bessere Fotos machen, aber ein solches Gadget kann ich mir nicht leisten. Ich habe mir deshalb ein Objektiv 15-70mm, F2.8 besorgt. Ich habe die Nordlichter in Langzeitbeleuchtung fotografiert, deshalb benötigte ich auch ein Stativ. Am allerbesten ist dazu noch ein Selbstauslöser, damit durch das Drücken des Auslösers die Kamera nicht bewegt und das Bild verwackelt wird. Damit ich im Dunkeln etwas sah, benötigte ich zudem eine Taschenlampe.

Was brauche ich um die Nordlichter zu fotografieren:

  • Kamera mit manueller Bedienung
  • Objektiv mit hoher Blende (F2.8)
  • Stativ
  • Selbstauslöser
  • Ersatz Akku, durch die Kälte geht viel Energie verloren
  • Ersatz Speicherkarte, macht lieber zu viele Fotos als zu wenig 😉
  • Taschenlampe

Ich habe mir meine Kamera eingestellt und bereits auf dem Stativ befestigt. Den Selbstauslöser hatte ich auch bereits eingerichtet, so war ich von Anfang an bereit und musste nicht mühsam in der Kälte meine Sachen zusammenbauen. Denn diese Arbeit geht nur ohne Handschuhe und das Metall des Stativs wird sehr kalt.
IMG_2791Erst hatte ich eine einfache Einstellung, die ich im Internet gesehen habe. Diese fand ich jedoch nicht so toll. Markus sagte mir, er habe seine Kamera gut eingestellt und ich sollte diese Einstellungen doch ebenfalls versuchen. Wie praktisch hatten wir einen solch guten Guide dabei! 😉

Meine Grundeinstellungen waren:

  • Linse auf manueller Fokus
  • Weissabgleich Automatik
  • Blende F2.8
  • Mit dem ISO und Auslöser Zeit habe ich gespielt:
    • ISO 800-3200
    • Auslöser Zeit: 5-12 Sekunden

Hier ein paar Fotos mit diesen Einstellungen:

25mm F2.8 ISO 800 Fokus unendlich 8 Sekunden

16mm F2.8 ISO 800 Fokus unendlich 8 Sekunden

Wir probierten verschiedene Sachen mit der Kamera aus. Wir wollten doch auch Fotos mit uns darauf. Wichtig dabei: Still stehen! Aber ich kann irgendwie nicht 8 Sekunden stillstehen. 😉

26mm F2.8 ISO 800 Fokus unendlich 8 Sekunden

Wir hatten tolle Stirnlampen, die nicht so grell waren. Damit konnten wir uns aus der Distanz anleuchten und so sind tolle Fotos entstanden.Wenn wir zu viel Licht hatten, wurden wir überbelichtet und das sieht nicht sehr natürlich aus. Es sollte ja zum Bild passen. Eine andere Möglichkeit ist, sich ganz kurz anzuleuchten. So nimmt die Kamera das Licht an, aber es wird nicht überbelichtet. Wir brauchten einige Versuche, bis es uns gefiel. Aber das fand ich sehr spannend.

25mm F2.8 ISO 800 Fokus unendlich 8 SekundenWir hatten die tanzenden Corona Aurora gesehen, jedoch sind die schwierig einzufangen. Ich habe die Kamera-Einstellung etwas verändert und drückte immer wieder auf den Auslöser meines Selbstauslösers. Dazwischen habe ich das Stativ immer wieder umgesetzt und dabei die Nordlichter genossen. Es sind grossartige Bilder entstanden.

Dies waren meine Einstellungen: 22mm F2.8 ISO 3200 Fokus unendlich 5 Sekunden

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